Archiv für Affiliate Marketing

Der Affiliate-Betrug nimmt zu

…so lautet die, böse Zungen behaupten reißerische, Überschrift des Artikels zum Hauptthema in der aktuellen (24/08) Internet World Business *. Um dieser Aussage gleich vorneweg eine Antwort entgegenzusetzen: Nein. Aber wie in jeder anderen Branche gibt es auch im Affiliate Marketing Betrüger, die versuchen ihren Umsatz mit teils unlauteren Methoden zu erwirtschaften.

Richtigerweise stellt der Artikel gleich zu Beginn fest, dass besonders in Zeiten der Finanzkrise jeder Werbe-Euro wohlüberlegt und effizient eingesetzt werden sollte. Diese Forderung ist mit dem Grundprinzip des Affiliate Marketing absolut vereinbar, denn der Publisher wird nur für eine ausgeführte Aktion des über seine Seite kommenden Endkunden vergütet, sei es durch einen generierten Click, Lead oder auch Sale.

Wie kann es nun zu den beschriebenen illegal abgerechneten Provisionen kommen?

Grundsätzlich ist es richtig, dass die Möglichkeit besteht durch Anmeldung bei verschiedenen Netzwerken für ein und dasselbe Partnerprogramm mehrfach Provisionen zu kassieren. Dies lässt sich zum einen jedoch durch den Einbau einer Cookie-Weiche, die nach dem „last-cookie-wins-Prinzip“ verfährt, auf der Seite des Merchants ausschließen. Zum anderen darf davon ausgegangen werden, dass entweder der Advertiser oder die betreuende Agentur die generierten Leads und Sales überprüfen. Zwar verzögert sich durch die Überprüfung die Auszahlung der Provisionen an die Publisher, zugleich wird jedoch sichergestellt, dass diese nur ausbezahlt werden, wenn tatsächlich ein Kauf stattgefunden hat.

Ebenso angesprochen wird die Thematik des Cookie-Dropping, mit der sich auch der Code of Conduct des BVDW befasst. Dort heißt es, dass ein Werbemittelkontakt durch View oder Click stattgefunden haben muss, um ein Cookie setzen zu dürfen. Selbstverständlich gibt es Affiliates, die versuchen diese Richtlinie z.B. durch AdWare zu unterwandern. Doch auch hier verpflichten sich die Unterzeichner des Code of Conduct, darunter nahezu alle großen Netzwerke und Agenturen, dies nur zuzulassen, wenn der Endkunde der Installation der Software ausdrücklich zugestimmt hat. Dies kann bei der werbefinanzierten kostenfreien Nutzung von Software der Fall sein, was als valides Publishermodell akzeptiert wird.

Schlussendlich tragen Aussagen, dass mitunter bis zu 90 Prozent der Clicks im Affiliate Marketing verdächtig maschinengeneriert aussehen und damit nicht für eine wirkliche Werbeleistung der Affiliates stehen nicht im geringsten zu einer sachlichen Diskussion bei. Denn werden in dieser Aussage generierte Umsätze berücksichtigt? Soweit ich weiß kaufen Clickbots selbst traditionell eher wenig.

Insgesamt darf es bei derart heiklen Themen gerne etwas sachlicher zugehen.

*vollständiger Artikel in der Print-Ausgabe

Anm.: Karsten Windfelder, Markus Kellermann, Henning Buss, Mediadonis und das Netzwerk SuperClix haben zu diesem Thema in Ihren Blogs ebenfalls Stellung bezogen.

Auch Inga vom Jochen Schweizer Blog, MontiMan, Michael Zander von Onlinemarketing konkret, DSohm’s, die Linkmafia, Mario Bagozzi und das Agency-Girl Bianca haben lesenswerte Beiträge zum Thema veröffentlicht. Die “etwas andere” Sicht der Dinge ist beim unausgelasteten Jens zu finden. :-)
Diese Welle an Beiträgen scheint Wirkung gehabt zu haben, denn die IWB veröffentlicht nun auch Gegenmeinungen zum Stein den Anstoßes.

Lead-Kampagnen

Als Vertriebsinstrument im Affiliate Marketing stehen nicht nur die klassischen Partnerprogramme zur Verfügung, sondern auch Lead- und Sale-Kampagnen. Diese unterscheiden sich in sofern von Affiliate-Programmen, als dass sie durch ein festgelegtes Lead- oder Salevolumen oder einen Zeitrahmen von Anfang an begrenzt sind.
Geeignet sind Lead-Kampagnen für neue Produkte oder Dienstleistungen, die noch nicht in laufende Partnerprogramme integriert sind oder deren Resonanz beim Endkunden getestet werden soll. Auch und besonders saisonal stark nachgefragte Produkte können so erfolgreich beworben werden.
Für den Merchant sind Lead-Kampagnen zudem ideal, um etwa das Potential eines möglichen Affiliate-Programms zu testen, ohne hierbei bereits die Kosten eines Programm-Setups tragen zu müssen, je nach Netzwerk können dies bis zu 5.000 Euro sein.
Bei Publishern besonders beliebt sind laut Auskunft von affilinet Meinungsumfragen, die möglichst durch ein Gewinnspiel oder Prämien für regelmäßige Teilnahme incentiviert sein sollten.

Wenn’s um Geld geht….das Partnerprogramm der Sparkasse

Wer im Finanz- und Versicherungsbereich als Affiliate tätig ist und dort eine möglichst vollständige Auswahl anbieten möchte, mag sich schon einmal gefragt haben, ob es auch ein Partnerprogramm der sonst allgegenwärtigen Sparkassen gibt. Hier ist es zu finden und offensichtlich eine Direktkooperation, denn bei den großen Netzwerken ist es ebenso wenig gelistet wie im Affiliate-Katalog oder bei AffilixX.

Mal abgesehen davon, dass man aufgrund eines mangelhaften Zertifikats eine Ausnahme im Browser zulassen muss - wo sind die relevanten Informationen? Die Sparkasse bietet mir weder Angaben zu den Provisionen, noch zur Cookie-Laufzeit, geschweige denn zu verfügbaren Werbemitteln. Auch eine genaue Angabe der zu bewerbenden Produkte und Dienstleistungen ist nicht vorhanden. Kurzum: Jede für Affiliates wichtige Basisinformation fehlt.

Stattdessen muss man einen Bewerbungsbogen ausfüllen, der nur zu versenden ist, wenn man auch wirklich jede Information über sich selbst angegeben hat - ohne zu wissen für was man sich genau bewirbt. Also habe ich mich aus investigativen Gründen geopfert und meine Daten in den wissbegierigen Schlund der Sparkasse geworfen.

Leider habe ich trotz einiger Tage Wartezeit keine Antwort erhalten, so dass ich die gewünschten Informationen immer noch nicht habe. Diese Form der Betreuung ist sicher auch ein Grund dafür, dass ich Banner oder sonstige Werbemittel der Sparkasse bislang noch bei keinem Affiliate gesehen habe. Nicht sehr professionell!

Fazit: Schade, denn aufgrund des guten Brandings hätte ein Partnerprogramm der Sparkasse sicher gute Chancen auf dem Markt. Auch die kurz angerissenen Andeutungen über die verschiedenen Provisionierungsmodelle sind recht interessant (PPC, PPL, PPS). Die Informationspolitik im Speziellen und die persönliche Betreuung jedoch sind mehr als dürftig. So muss ich leider feststellen, dass gut gemeint und gut gemacht manchmal eben doch unüberbrückbare Gegensätze sind.