Archiv für Affiliate Marketing

Woran erkennt man eine gute Affiliate Marketing Agentur?

Für Merchants die entweder ein neues Partnerprogramm starten wollen, oder aber mit einem Agenturwechsel liebäugeln, stellt sich früher oder später die Frage, an welchen Qualitätsmerkmalen man eine gute Affiliate Agentur erkennt. Daher habe ich als Orientierungshilfe eine kleine Checkliste erstellt, anhand derer man zumindest die Spreu vom Weizen trennen kann.

Erfahrung: Einer der wichtigsten Gründe sich für eine Affiliate Agentur zu entscheiden ist mangelnde Inhouse-Expertise. Daher sollten erfahrene Affiliate Manager eines der Kernkriterien bei der Agenturauswahl sein. Eine schnelle Übersicht der Agenturmitarbeiter kann man sich prima bei Xing verschaffen. Wie lange sind die Mitarbeiter schon in der Branche tätig, an welchen Projekten und für welche Kunden haben sie gearbeitet?

Vernetzung: Affiliate Marketing besteht zu einem sehr großen Teil aus Kommunikation, daher ist ein gesundes Networking mit Publishern, Netzwerken und anderen Dienstleistern immer hilfreich. Hört Euch in der Branche um, kennt man die Agentur, vielleicht auch die Affiliate Manager? Ein weiteres Indiz können die relevanten Xing-Kontakte der Agentur-Mitarbeiter innerhalb der Branche sein.

Kunden: Das Aushängeschild jeder Firma. Die meisten Agenturen veröffentlichen mindestens Referenzkunden auf ihren Websites. Entscheidend sind jedoch nicht nur die (klangvollen) Namen der Kunden, sondern vielmehr die Dauer der der Zusammenarbeit. Eine lange Geschäftsbeziehung zu einer Agentur lässt auf einen zufriedenen Kunden schließen. Seriöse Agenturen geben hier auf Anfrage sicher Auskunft. Alternativ: Fragt die Kunden selbst.

Transparenz: Gute Agenturen beschränken sich nicht allein auf das monatliche Reporting, sondern gewähren auch Transparenz, klären über mögliche Betrugsszenarien auf und gehen aktiv dagegen vor. Lasst Euch hier gerne Beispiele nennen, die über das Qualitätsmanagement der jeweiligen Agentur aufklären.

Proaktivität: Im Grunde ein abgedroschenes Schlagwort, das ich selbst schon nicht mehr hören kann, aber wichtig ist die dahinterstehende Aussage: Macht die Agentur bereits im Pitch und auch später Vorschläge zur Steigerung der Performance des Partnerprogramms, oder ist es lediglich business as usual? Hier ist auch zu erkennen in welchem Maß sich die Agentur mit dem Produkt oder der Dienstleistung des Kunden auseinandergesetzt hat. Sind es angepasste Vorschläge von der Stange oder individuelle Anregungen?

Zertifizierungen: Ein weiteres Kriterium und mindestens eine Auskunft darüber mit welchen Partnern kooperiert wird. Zudem lassen derlei Gütesiegel auch erkennen welchen Qualitätsstandards sich die Agentur verschrieben hat. Maßgeblich sind hier die Zertifizierungen des BVDW und der Affiliate Netzwerke.

Zusatzleistungen: Gute Agenturen bieten zumeist auch einige Zusatzleistungen wie Werbemittelkonzeption und –erstellung, Private Networks, Beratung zu Usability und Landingpages, Conversion Optimierung etc. Hier entscheidet welche Services mir wichtig sind, oder aber künftig wichtig werden könnten.

Agenturvergütung: Eine einheitliche Aussage ist hier kaum möglich, jedoch ist die Agenturvergütung i.d.R. größtenteils performancebasiert, oft ist auch eine Fixfee Bestandteil. Letztendlich sind Vergütungen von Kunde zu Kunde individuell und hängen immer auch mit dessen jeweiligem Geschäftsmodell zusammen. Grundsätzlich gilt aber, dass alle bislang genannten Kriterien zur Auswahl einer Affiliate Agentur ihren Preis haben, daher muss das günstigste Angebot nicht das beste sein. If you pay peanuts, you get monkeys. ;-)

Und wer jetzt noch errät welche Agentur ich empfehlen würde, gewinnt entweder ein großes Eis oder ein Sixpack. Bei mehreren richtigen Antworten entscheidet die Willkür der Zufall. :-)

Gutscheine im Affiliate Marketing

Inzwischen gibt es kaum noch einen Online-Shop, der seinen Kunden nicht wenigstens zeitweise Gutscheine anbietet, sei es für eine Registrierung als Neukunde, ein Newsletter-Abo oder im Rahmen des entsprechenden Partnerprogramms.

Besonders der Einsatz von Gutscheinen in Partnerprogrammen kann sehr lohnend sein, da nicht nur die Möglichkeit besteht den Umsatz und den durchschnittlichen Warenkorbwert zu steigern, sondern mit Gutschein-Affiliates auch ein neues, leistungsstarkes Publisher-Segment zu erschließen, um zusätzlichen Traffic und Conversions zu erzielen.

Jedoch sollte ich mir zunächst die Frage stellen: Was möchte ich mit meinem Gutschein erreichen? Neukunden ansprechen, den Warenkorbwert erhöhen, meinen noch unbekannten Shop bewerben? Hierzu muss zunächst eine Struktur der Kundschaft erstellt werden. Daraus folgt, ob sich eher ein Gutschein für Erstbesteller oder z.B. ein Gutschein zur Steigerung des Warenkorbwertes anbietet.

Beispiel: Ist der Neukundenanteil im Shop gering, oder der Shop noch sehr unbekannt, sollte man den Gutschein eher auf Neukunden beschränken. Ist die Absicht eher den durchschnittlichen Warenkorbwert der Bestandskunden zu erhöhen, so sollte man den Gutschein mit einem entsprechenden Mindestkaufbetrag versehen, der leicht über dem aktuellen Wert liegt.

Für den Anfang empfiehlt sich ein Test mit wenigen ausgesuchten Partnern, denen ein exklusiver Gutscheincode zur Verfügung gestellt wird. Hierbei lässt sich prüfen, ob der Gutschein tendenziell zu einem Anstieg des Warenkorbwertes bei Bestandskunden führt oder ob es zu einem steigenden Neukundenanteil kommt.

Auch wenn das zusätzliche Umsatzpotential durchaus verlockend erscheint, können Gutscheine jedoch auch zu Kannibalisierungseffekten zu Lasten anderen Publisher führen.

Beispiel: Kunde kommt über Publisher X in den Shop, entdeckt bei seiner Bestellung das Feld „Gutscheincode eingeben“, sucht einen passenden Gutschein, landet bei Gutschein-Publisher Y, tätig danach seine Bestellung. Folge: Publisher Y bekommt aufgrund last-cookie-wins den Sale gutgeschrieben, Publisher X geht leer aus.

Um diesen Effekt zu vermeiden, sollte man im Rahmen des Partnerprogramms genauestens analysieren, ob der durch Gutschein-Partner generierte Umsatz nicht zu Lasten anderer Publisher geht, also lediglich eine Umsatzverteilung stattfindet. Diesbezüglich muss man, solange noch kein ordentliches Tracking mit sämtlichen Touchpoints vorliegt, die Sales und Umsätze der bislang aktiven Affiliates sowie deren Conversionrate prüfen. Sollten sich diese Werte nicht negativ verändert haben beglückwünscht man sich selbst zum gesteigerten Umsatz.

Goldrausch für SEM-Affiliates und Brand-Bidding für alle?

Google ändert die Markenrichtlinien für AdWords ab dem 14. September 2010. Hiermit gleicht Google durch Umsetzung einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs auch seine Markenpolicy in den USA und Europa an. Ab diesem Zeitpunkt dürfen sämtliche Markennamen als Keywords verwendet werden. Jedoch muss aus der Anzeige deutlich und für den Endkunden erkennbar hervorgehen, dass es sich nicht um den Markeninhaber handelt. Zudem dürfen fremde Markennamen weiterhin nicht im Anzeigentext verwendet werden. Andernfalls können Markeninhaber weiterhin bei Google Beschwerde einlegen. Was bedeutet dies jedoch für SEM-Affiliates? Ist Brand-Bidding nun in jedem Affiliate Programm erlaubt?

Auf den ersten Blick eröffnet sich die Möglichkeit nun nach Gusto Markennamen für die jeweiligen Partnerprogramme einzubuchen und sich als Affiliate gesundzustoßen, wie in “der guten alten Zeit”, als Brand-Bidding noch nicht mit der Sistrix Toolbox oder Xamine Brand Protect und anderen Tools verfolgt und entsprechend sanktioniert wurde.

In der Realität sieht dies jedoch anders aus, sind doch SEM-Richtlinien in vielen Partnerprogrammen als Bestandteil der Teilnahmebedingungen klar definiert. Die gängigsten Regularien sind: keine Verwendung des Brands, kein Direct-Linking, keine Verwendung der Display-URL des Merchants etc.
Zudem wird im “klassischen” Brand-Bidding eher suggeriert, es handle sich um eine Anzeige des Merchants oder aber gleich die Anzeige des Advertisers kopiert. Dieser Eindruck darf gemäß der neuen Markenrichtlinie wie gesagt nicht entstehen.

Allerdings: Je nach Einzelfall kann es sich für Merchants durchaus lohnen den eigenen Markennamen auch für Publisher freizugeben. Gesetzt den Fall direkte Wettbewerber bieten auf meinen Brand, erscheint es mir deutlich attraktiver über Partner den eigenen Shop zusätzlich neben eigenen SEM-Kampagnen bewerben zu lassen und somit meine Sichtbarkeit zu erhöhen, anstatt das Feld kampflos der Konkurrenz zu überlassen. Geschmackssache, je nach Brand-Policy des Merchants, aber einen Gedanken wert.

Neue Teilnahmebedingungen im amazon Partnerprogramm

Seit heute gelten im amazon Affiliate Programm, wie bereits im amazon Blog angekündigt, neue Teilnahmebedingungen. Ab sofort sollen keine Sales mehr provisioniert werden, die über direkte Weiterleitung aus den generischen Suchbegriffen generiert werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass kein SEO für die eigene Seite mehr betrieben werden darf, denn solange ein Endkunde aktiv auf einer Publisher-Seite auf ein beliebiges Werbemittel klickt und einen Sale generiert wird dieser weiterhin vergütet.

SEM für amazon ist ab sofort nur noch stark eingeschränkt möglich. Eigene Seite dürfen selbstverständlich nach wie vor per SEM beworben werden, verboten ist allerdings Kunden über Suchmaschinen-Anzeigen direkt auf das amazon Angebot weiterzuleiten.

Quelle Bausparkasse jetzt auch bei affilinet

Das Partnerprogramm der Quelle Bausparkasse ist heute bei affilinet gestartet. Im Zuge des Neustarts des auch bei Belboon und financeads verfügbaren Programms können wir auch ein neues Provisionsmodell anbieten.

Die Provisionen:

  • 10 Euro pro validem Lead
  • 50 Euro pro abgeschlossenem Bausparvertrag

Die Vorteile:

  • hohe Markenbekanntheit
  • optimierte Affiliate Landingpage
  • 60 Tage Cookie-Laufzeit
  • kurze Bearbeitungszeit der Leads (wöchentlich) und Sales (nach ca. 3 Wochen)
  • persönlicher Ansprechpartner (das bin ich) :-)
  • kostenfreie Service-Hotline

Bei Fragen zum Partnerprogramm der Quelle Bausparkasse könnt Ihr Euch gerne per kostenloser Hotline unter 0800 / 39754367 oder per E-Mail unter affiliate.quelle-bausparkasse@explido.de bei mir melden.

Aufrgund der Abwicklung der Quelle Bausparkasse wurde selbstverständlich auch das Partnerprogramm eingestellt.

Arcandor Insolvenz - BOGNER Homeshopping Partnerprogramm

Bereits gestern hat Claudia auf 100Partnerprogramme.de einen Artikel zu den möglichen Auswirkungen der Arcandor Insolvenz auf die Affiliate Programme geschrieben.

Hierzu möchte ich als Affiliate Manager des BOGNER Homeshopping Partnerprogramms mitteilen, dass das Partnerprogramm nicht von der Insolvenz betroffen ist. Dies begründet sich lt. Mitteilung des Geschäftsführers von BOGNER Homeshopping, Dr. Christian Bühring, wie folgt:

“…wir möchten Sie darüber informieren, dass die Arcandor AG gestern den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht hat. Davon betroffen sind die Gesellschaften Karstadt Warenhaus GmbH, die Primondo GmbH und die Quelle GmbH.”

“Die Firmen HSE24, die Thomas Cook Group sowie die Primondo Speciality Group, zu der BOGNER Homeshopping gehört, bleiben davon (Anm.: Insolvenz) unberührt.”

Affiliate NetworkxX Award 2009

Es ist soweit - die Wahllokale für die Abstimmung zur Vergabe der Affiliate NetworkxX Awards 2009 haben ab heute geöffnet.

Die in diesem Jahr zum zweiten Mal im Rahmen der - von meinem Cheffe Markus organisierten - Affiliate NetworkxX zu vergebenden Awards werden in den folgenden sechs Kategorien verliehen:

  • Innovativstes Affiliate-Netzwerk
  • Affiliate Netzwerk Best Support Affiliates
  • Affiliate Netzwerk Best Support Merchants
  • Innovativstes Affiliate-Programm
  • Best Affiliate Blog
  • Best Affiliate Public Relation

Natürlich würde ich gern mit stolz geschwellter Brust ein “Nominee Best Affiliate Blog” Schild vor mir her tragen und dauerhaft blöd grinsen, aber das muss bis zum nächsten Jahr warten. Bin ja noch jung. ;-)

Unter allen an der Abstimmung teilnehmenden AdAffiliFinanceSuperGainBoonNoxern, Agentursherpas, Affiliates, Merchants und sonstigen Interessierten werden schicke Sachpreise im Gesamtwert von über 5.000 Euro verlost. Also nicht zögern und gleich ab zur Abstimmung!

Die Verleihung der Awards findet am 26. März auf der nächsten Affiliate NetworkxX in der Airbräu-Tenne am Münchener Flughafen statt.

„Betrug“ im Affiliate Marketing und kein Ende

Nach dem kontrovers diskutierten Artikel in der letzten Internet World Business (IWB) erscheint in der aktuellen Ausgabe die Fortsetzung. Wer jedoch aufgrund der Headline „Affiliate-Betrug – die Reaktionen“ (vollständiger Artikel auf Seite 3 der Printausgabe) erwartet, dass nun auch Gegenstimmen in ausreichendem Maß zu Wort kommen oder eine sachliche Diskussion stattfindet, der sieht sich leider getäuscht. Der Großteil des Artikels sucht die bereits in der letzten Ausgabe einseitig aufgestellten Thesen zu untermauern.

Zwar hat Eugen von der Agentur Iuventa Recht mit seiner Feststellung, dass durch Cookie-Dropping vielfach ehrlich gesetzte Cookies überschrieben werden und damit möglicherweise Affiliates, die über SEO, Content oder auch SEM eine Werbeleistung erbracht haben um ihren Verdienst gebracht werden. Allerdings sehe ich die Auswirkungen weniger dramatisch. Besagt doch eine zanox-Studie im Bereich Retail und Shopping, dass bereits 77 Prozent der Sales innerhalb der Session getätigt werden, weitere 5 Prozent innerhalb eines Tages. Dies bedeutet, dass wenigstens 80 Prozent der Sales denjenigen Affiliates zugerechnet werden können, die auch eine Werbeleistung erbracht haben und somit zu Recht vergütet werden.

Auch die Feststellung des anonymen Informanten der IWB, dass sog. Cookie-Spreader billig Restplätze bei Vermarktern einkaufen und den User per Postview durch Einblendung des Werbemittels mit den kleinen Plätzchen beglücken ist im Ansatz sicher nicht unkorrekt. Hier jedoch die Schuld für diese Praxis bei Netzwerken und Agenturen suchen zu wollen halte ich für verfehlt. So wird diese Praxis doch beispielsweise im Bereich Versicherungen/Finanzen oder auch im Mobilfunk angewandt, da dort aufgrund des hohen Customer-Lifetime-Values vergleichsweise hohe Provisionen gezahlt werden. Solange der Merchant sich mit der Anwendung von Postview einverstanden erklärt und sein Interesse primär der Generierung neuer Kunden gilt haben sich sowohl Netzwerke als auch Agenturen nach diesem Wunsch zu richten.

Für wirklich unglücklich halte ich den journalistischen Stil der IWB erneut das Affiliate Marketing in ein schlechtes Licht rücken zu wollen und sich dabei auf eine anonyme Quelle zu berufen. Zumal besonders die Netzwerke überhaupt nicht die Gelegenheit erhalten sich zu der Thematik zu äußern. Vielleicht hätte man sich einmal fragen sollen, was ein anonymer Informant aus Vermarkterkreisen mit derlei Statements bezweckt. Die Annahme, dass das zugrundeliegende Motiv in einem gebremsten Wachstum des Online-Werbemarktes und damit einsetzenden Verteilungskämpfen zu suchen ist, scheint mir nicht allzu weit hergeholt.

Weitere Meinungen zum Thema bei Martins Affiliate-Tipps, Dennis, Bungee-Inga, Dennis’ Webanalyse-Blog und dem Freund der Diskussionskultur Jens.